Ihr Leitfaden für die Prager Burg: Zugang, Highlights und praktische Tipps für einen unvergesslichen Besuch.
Die Prager Burg ist weniger ein einzelnes Gebäude als eine ganze ummauerte Stadt – drei große Burghöfe, eine gotische Kathedrale, ein Renaissance-Lustschloss, eine mittelalterliche Basilika, das gesamte Goldene Gässchen und mehrere Gärten erstrecken sich über 7,28 Hektar auf dem Hügel über der Moldau. Bei einem ersten Besuch kann man leicht etwas übersehen. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie auf den Hügel gelangen, welches Tor Sie wählen sollten, welche Reihenfolge die meisten Besucher als lohnend empfinden und welche kleinen Details oft übersehen werden. Nutzen Sie für Ihre Planung auch unsere Ratgeber zu den Öffnungszeiten und der besten Besuchszeit.
Die gotische Kathedrale, die von der anderen Flussseite aus die Skyline dominiert, ist das Herzstück der Burg. Von Karl IV. im Jahr 1344 gegründet und erst 1929 nach einer sechshundertjährigen Pause fertiggestellt, beherbergt sie die Gräber böhmischer Könige, die böhmischen Kronjuwelen (nur zu seltenen Anlässen zu sehen) und den mit Silber verzierten Schrein des Heiligen Johannes von Nepomuk – zwei Tonnen massives Silber. Verpassen Sie nicht das Jugendstil-Buntglasfenster von Alfons Mucha in der dritten Kapelle auf der linken Seite. Planen Sie hier mindestens 30 Minuten ein.
Hinter dem Veitsdom steht der Alte Königspalast. Im Inneren befindet sich der atemberaubende Wladislawsaal – ein 62 Meter langer, spätgotischer Gewölbesaal, der 1502 fertiggestellt wurde und so groß ist, dass hier einst Ritterturniere zu Pferd stattfanden. Hier wurden die böhmischen Könige gekrönt, und noch heute wird hier jeder tschechische Präsident vereidigt. In den angrenzenden Räumen befindet sich die Böhmische Kanzlei, wo 1618 der Prager Fenstersturz den Dreißigjährigen Krieg auslöste.
Hinter der Kathedrale verläuft das Goldene Gässchen (Zlatá ulička), eine Reihe winziger, bunt bemalter Häuser, die im 16. Jahrhundert für die Burgwachen Rudolfs II. erbaut und später von Goldschmieden bewohnt wurden. Im blau gestrichenen Haus Nummer 22 lebte und schrieb Franz Kafka von 1916 bis 1917. Gleich nebenan steht die St.-Georgs-Basilika, die älteste erhaltene Kirche auf dem Burgberg – ein romanischer Bau aus dem Jahr 920 n. Chr. mit einer markanten barocken Fassade aus weißem Kalkstein.
Die Prager Burg befindet sich am Hradčany, 119 08 Prag 1, auf dem Hügel direkt gegenüber der Altstadt auf der anderen Seite der Moldau. Die nächste Metrostation ist Malostranská (grüne Linie A) – von dort führt ein steiler, aber malerischer 10-minütiger Weg über die Alte Schlossstiege (Staré zámecké schody) hinauf. Alternativ nehmen Sie die Straßenbahn 22 bis Pražský hrad. Beachten Sie jedoch, dass diese Linie vom 21. März bis 17. Juli 2026 wegen Gleisbauarbeiten unterbrochen ist. Nutzen Sie in dieser Zeit stattdessen die Haltestellen Pohořelec oder Brusnice, beide nur einen kurzen, ebenerdigen Spaziergang vom Haupttor entfernt.
Inhaber von Online-Tickets sollten das Haupttor, das Matthiastor am Hradschiner Platz (Hradčanské náměstí), benutzen, wo die Burggarde Wache steht. Nach der Sicherheitskontrolle, die der an Flughäfen ähnelt, gehen Sie durch den Ersten und Zweiten Burghof und befinden sich im Herzen der Anlage. Eine kostenlose Garderobe für große Taschen und Mäntel finden Sie im Informationszentrum im Zweiten Burghof. Nehmen Sie sich dort einen kostenlosen Lageplan mit und beginnen Sie Ihren Rundgang mit dem Veitsdom, der direkt vor Ihnen im Dritten Burghof liegt.
Praktische Antworten für Ihre Besuchsplanung